SOLL UND HABEN

Das Stück streift verschiedene Banken-Skandale wie die Hypo Alpe Adria, der Libor Skandal, die Griechenlandkrise, die UBS Spekulationsverlusten, Interventionen aus Politik, Datenträgerverkäufen an Deutschland, gefälligen Ratingagenturen und kreativen Bilanzfälschungen. Ein Schuldbewusstsein war war bei all den Agitatoren nicht auszumachen.

Laut einer Studie ist der typische Korruptionstäter diszipliniert, leistungsorientiert und sehr gut ausgebildet. Er investiert eine Menge Zeit in seinen Beruf und gilt als strenger und penibler Vorgesetzter. Dadurch wird ihm unkorrektes Handeln nicht zugetraut.

Zudem sieht er seine zusätzlichen Einnahmen als gerechten Lohn für persönliche Aufopferung und zeigt kaum Unrechtsbewusstsein, sei es der Topmanager in der Wirtschaft oder der Politiker, der öffentliche Aufträge seinen Günstlingen zukommen lässt. Es mag daran liegen, dass die Geschädigten oft eine abstrakte Größe bleiben. Jedenfalls zeichnet die Weltbank die Korruption als größtes singuläres Hindernis zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, wodurch die Demokratie unterwandert und der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.

Soll und Haben. Von Andreas Hönger und Erik Jan Rippmann. Regie Erik Jan Rippmann. Uraufführung 2014. Wiederaufnahme 2017 mit Simone Leski, Angela Ahlheim, Katrin Ackerl Konstantin, Martin Geisler und Daniel Doujenis. Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag Wien.

Fotos: Patrick Connor Klopf

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